Samstag, 24. März 2012

Der Frühling ist da und die ersten Blüten zeigen mutig ihr Gesicht

Nach einem Bad im Weidenkätzchen geht es gelb bepudert wieder zurück in den Stock
 
Auch Ausruhen und Sonne tanken muss bei dem Wetter erlaubt sein
Jetzt ist der Frühling doch schneller gekommen als angenommen und so konnten auch wir uns das erste Mal in diesem Jahr genau davon überzeugen, dass bei den Bienen alles in Ordnung ist. So erfolgte am vorletzten Freitag die Frühjahrsdurchsicht, immer das erste Highlight im Jahr für jeden Imker. Dabei wird nachgesehen, ob bei den Bienen alles in Ordnung ist: lebt die Königin noch, ist die erste Bienenbrut angelegt und wie viele Bienen sind überhaupt noch am Leben?
Die Königin konnten wir in allen Völkern mit ihrer "weißen Krone" auf den Waben herumlaufen sehen. Die "Krone“ (eigentlich nur ein kleines Farbiges Plättchen mit Nummer) bekommt die Königin übrigens vom Imker aufgesetzt. Sie dient dem Imker einerseits zum schnelleren Auffinden im Bienengewusel, andererseits zeigt die Farbe der Krone dem Imker das Alter der Königin an. Jedes Jahr hat die Krone eine andere Farbe. Im letzten Jahr war die Krone weiß (die Königinnen von unseren Bienen sind also alle ein Jahr alt), dieses Jahr ist Gelb dran, gefolgt von rot, grün und blau für 2015. Da eine Königin auch in der Natur maximal 4 Jahre alt wird geht es 2016 wieder mit der Farbe Weiß von vorne los.

Die blühende Weide liefert den ersten Nektar im Jahr und ist stark frequentiert
Auch Bienenbrut war in allen Völkern vorhanden. Das ist vor allem wichtig, da die Winterbienen mittlerweile bis zu 6 Monate alt sind und nach und nach sterben. Die Lücken müssen durch die neu schlüpfenden Bienen gefüllt werden. Dabei wird die Bienenanzahl im Volk langsam erhöht, um ausreichend Nektar von den, in ein paar Wochen blühenden Obstbäumen, sammeln zu können.

Am Mittwoch konnten bei fast 20°C die Honigräume aufgesetzt werden.
Die Beute (so nennt der Imker die Bienenwohnung in der die Bienen wohnen) ist dabei in verschiedene kleinere Einheiten aufgeteilt. Die unteren beiden Zargen (so heißt eine Kiste) bilden dabei bei unserer Betriebsweise den Brutraum. In diesem dürfen die Bienen machen, was sie wollen und auch unsere imkerlichen Arbeiten beschränken sich hier auf das nötigste. Über dem Brutraum liegt der Honigraum. Er ist durch ein Absperrgitter vom Brutraum getrennt, durch welches die etwas größere Königin nicht passt. Dadurch befindet sich bei der Honigernte nur Honig in den Waben im Honigraum und keine Brut.


Die neuen Honigräume sind noch gut an der helleren Farbe zu erkennen
Da die Honigräume im Winter neu gebaut waren, mussten diese noch gestrichen werden. Dazu nehmen wir reines Leinöl. Als Naturöl enthält es keine Giftstoffe schützt aber gleichzeitig das Holz ausreichend vor der Witterung. Den Nachteil, dass die Beuten mit der Zeit durch die Sonnenstrahlen dunkel werden nehmen wir dabei gerne in Kauf (den Bienen ist es eh egal). Die Innenbehandlung des Holzes übernehmen die Bienen dabei praktischerweise von alleine, indem sie die Innenwand mit Wachs und Propolis (eine Art aus Bienenwachs und Pflanzenharzen selbst produziertem Desinfektionsmittel) auskleiden.

Für die Bienen heißt es jetzt die Waben in den frisch aufgesetzten Honigräumen auszubauen (eine genaue Erklärung über die Bienenwaben kommt in einem späteren Beitrag). Ob sie damit gut vorankommen, werden wir zu Beginn der Obstblüte kontrollieren.

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